Gewaltprävention

"Der größte Sieg ist ein Kampf, der überhaupt nicht stattgefunden hat"

Diese alte chinesisch taoistische Weisheit begleitet viele WT- ler auf Schritt und Tritt. Aber wie ist das zu verstehen?
Sifu Andreas
vergrößern
Sifu Andreas

Nun, wir lernen auf der einen Seite Wing Tsun, um uns in Gefahrsituationen selbst verteidigen zu können, oder schwächeren zu helfen, auf der anderen Seite jedoch steht auch das Ziel, einen Kampf erfolgreich vermeiden zu können. Diese schon fast paradoxe Aussage mögen viele Neulinge nicht nachvollziehen können - sie ist aber durchaus zutreffend.

Denn: Selbstverteidigung ist nicht nur auf der Ebene der körperlichen Auseinandersetzung wichtig. Im Training werden daher sowohl selbstbewusstes Auftreten, als auch Durchsetzungsfähigkeit in potentiellen Gefahrsituationen geschult, was langfristig dazu führt, die Konfliktfähigkeit und die eigene Kommunikationsstärke zu verbessern.

Es wird gezielt vermittelt, verbalen Attacken und psychischem Druck stand zu halten, Körpersprache richtig zu lesen und mit friedlichen Mitteln zur Deeskalation der Situation beizutragen. Die wiederholten Simulationen solcher Szenarien in Rollenspielen, ob in der Disco, auf der Straße oder im Pub, befähigen den Schüler mit der Zeit, den Überblick zu behalten und trotz körperlichen Stresssignalen Gelassenheit und Ruhe zu bewahren.